Innenraum der Kapelle der heiligen Kinga mit Kronleuchtern aus Salz und Altar
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Kapelle der heiligen Kinga in Wieliczka - Geschichte und Kunst

Die Kapelle der heiligen Kinga im Salzbergwerk Wieliczka liegt 101 m unter Tage. Wir beschreiben Geschichte, Künstler, Salzreliefs und die Legende vom Ring.

Die Kapelle der heiligen Kinga (Kaplica św. Kingi) ist der Ort, an dem Besucher der Touristenroute in Wieliczka langsamer werden und verstummen. Nach einer Stunde durch enge Stollen öffnet sich plötzlich ein 54 Meter langer Raum mit Kronleuchtern, Altar und Boden, die aus Salz gehauen wurden. All das befindet sich 101 Meter unter der Erdoberfläche, und dennoch dient die Kapelle weiterhin als Kirche - hier werden Messen, Christmetten und Trauungen gefeiert.

Die meisten Besucher verbringen gut eine Viertelstunde in der Kapelle und gehen mit dem allgemeinen Eindruck hinaus, dass es schön war. Schade, denn jedes Element dieses Raumes hat seine eigene Geschichte und seinen eigenen Urheber. Hinter dem Altar steht ein bestimmter Bergmann, der nach der Schicht in Salz schnitzte. Hinter dem Relief des “Letzten Abendmahls” steht ein anderer Bergmann, der sich an Leonardo da Vinci orientierte. Hinter der ganzen Kapelle steht die Legende von einer ungarischen Königstochter und einem Ring, der in einen Schacht geworfen wurde.

In diesem Artikel beschreiben wir die Kapelle so, wie man sie ansehen sollte, nämlich Element für Element. Wir erklären, wer sie wann geschaffen hat, was die Reliefs darstellen, woher die Legende der heiligen Kinga stammt und wie das religiöse Leben unter Tage aussieht. Am Ende geben wir praktische Hinweise, damit die Zeit in der Kapelle nicht mit einem einzigen hastigen Foto endet. Unsere These ist einfach - die Kapelle der heiligen Kinga ist das am besten dokumentierte Werk der Volkskunst im ganzen Bergwerk, und man sollte ihre Geschichte kennen, bevor man auf dem Balkon über dem Kirchenschiff steht.

Kapellen im Salzbergwerk

Das Salzbergwerk Wieliczka ist seit der Mitte des 13. Jahrhunderts in Betrieb und wurde 1978 in die erste UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Über Jahrhunderte hauten die Bergleute Kapellen in den Fels, denn die Arbeit unter Tage war gefährlich, und das Gebet vor der Einfahrt und nach der Ausfahrt gehörte zum Alltag. Die Kapelle der heiligen Kinga ist die jüngste und größte von ihnen. Auf der Touristenroute passiert man auch kleinere Kapellen, doch gerade in dieser Kammer halten die Führer die Gruppen am längsten an, und die Fotos vom Balkon über dem Schiff sind das meistveröffentlichte Bild des ganzen Bergwerks.

Laut dem Krakauer Salinenmuseum Wieliczka entstand die Kammer 1896 an der Stelle eines abgebauten riesigen Blocks aus Grünsalz. Die Bergleute bauten zuerst das Salz ab und begannen dann, im entstandenen Hohlraum eine Kirche einzurichten. Das Museum nennt Maße von etwa 12 Metern Höhe, 18 Metern Breite und 54 Metern Länge. Die Arbeiten an der Ausstattung dauerten fast 70 Jahre, und die letzten Skulpturen entstanden um die Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert.

Einige Begriffe erleichtern die Besichtigung. Kammer ist der Raum, der nach dem Abbau eines Salzblocks entstanden ist. Grünsalz ist eine graugrünliche Steinsalzvarietät, die in Wieliczka abgebaut wurde. Halit ist die mineralogische Bezeichnung für Steinsalz - seine Kristalle sieht man hinter der Figur der heiligen Kinga im Altar. Presbyterium ist der Teil der Kirche um den Altar, vom Schiff abgetrennt.

Wichtig ist auch, wer die Schöpfer waren. Die Kapelle entwarfen keine akademisch ausgebildeten Künstler. Die Ausstattung schufen autodidaktische Bergleute - Józef und Tomasz Markowski sowie Antoni Wyrodek -, die Salz als Arbeitsmaterial kannten und nicht als Bildhauerwerkstoff. Das sieht man an den Details. Die Proportionen der Figuren sind mitunter vereinfacht, die Bearbeitung des Salzes ist dafür sehr präzise.

Die Kapelle verbindet also drei Ebenen. Sie ist ein Ort des Glaubens, ein Hohlraum aus dem Bergbau, der das Ausmaß des früheren Abbaus zeigt, und eine Galerie der Volkskunst, die über mehrere Generationen entstand. Deshalb braucht ihre Geschichte sowohl die religiöse als auch die bergmännische Perspektive.

In Reiseführern taucht die Kapelle meist in einem einzigen Absatz auf. Es fehlt eine Beschreibung, mit der man vor Ort die einzelnen Reliefs erkennen und verstehen kann, warum gerade die heilige Kinga im Altar steht. Dieser Text soll diese Lücke schließen.

Was man in der Kapelle der heiligen Kinga nach dem Eintreten sieht

Die Besucher betreten meist zuerst den Balkon im oberen Teil der Kapelle und steigen dann über Treppen auf die Ebene des Schiffs hinab. Vom Balkon aus sieht man am besten die ganze Länge des Raumes und die Reihe der Kronleuchter. Laut dem Krakauer Salinenmuseum wurden die Kronleuchter aus Salzkristallen gefertigt und der Boden in einen einheitlichen Salzblock gehauen. Das Muster des Bodens erinnert an Steinfliesen, ist aber Teil desselben Salzmassivs.

Der Hauptaltar

Am Ende des Schiffs steht ein dreiteiliger Altar, den Józef Markowski schuf. Ursprünglich hing in seiner Mitte ein Ölgemälde von Ferdynand Olesiński, das die heilige Kinga und einen Bergmann zeigt, der ihr den Ring reicht. 1914 wurde das Gemälde durch eine Salzfigur der heiligen Kinga ersetzt, ebenfalls von Markowski. Hinter der Figur sieht man Halitkristalle, und in den Seitenteilen des Altars stehen Skulpturen des heiligen Josef und des heiligen Klemens, des Schutzpatrons der Bergleute und der Pfarrei von Wieliczka.

Kanzel und Seitenaltäre

Józef Markowski schuf auch die Kanzel. Ihr Sockel zeigt den Wawelhügel mit dem Drachen, was die Kapelle mit der Geschichte Krakaus verbindet. Das ist ein gutes Beispiel für den Humor und den Lokalpatriotismus der Bergleute, die in einem sakralen Raum eine der bekanntesten Krakauer Legenden unterbrachten. An den Seiten befinden sich zwei Seitenaltäre - des Heiligsten Herzens Jesu und des Unbefleckten Herzens Mariens. Im Presbyterium steht ein Papstkreuz, das laut Museum die vier polnischen Salzbergwerke symbolisiert, nämlich Wieliczka, Bochnia, Kłodawa und Sieroszowice.

Das Denkmal für Johannes Paul II.

Das jüngste große Element ist das Salzdenkmal für Johannes Paul II. Die Entscheidung für das Denkmal fiel 1999 als Dank für die Heiligsprechung der heiligen Kinga. Den Entwurf erstellte Prof. Czesław Dźwigaj, die Skulptur fertigten Stanisław Anioł, Paweł Janowski und Piotr Starowicz. Dasselbe Team unter der Leitung von Stanisław Anioł schuf in den Jahren 2002-2003 einen neuen Altartisch aus Salz, der den früheren hölzernen ersetzte.

Bergleute als Bildhauer und ihre Arbeitsweise

Das Interessanteste an der Kapelle ist, wer sie geschaffen hat. Józef und Tomasz Markowski sowie Antoni Wyrodek arbeiteten als Bergleute im Bergwerk. Sie schnitzten in Salz, das sie aus ihrer täglichen Arbeit kannten, und taten das über Jahrzehnte. Das Museum gibt an, dass Tomasz Markowski in den Jahren 1920-1927 an der Ausstattung arbeitete.

Die Arbeit war etwa so aufgeteilt. Józef Markowski schuf den Hauptaltar, die Figur der heiligen Kinga, die Kanzel, die Seitenaltäre und die ersten Krippenfiguren. Tomasz Markowski fertigte die Reliefs “Der ungläubige Thomas” und “Der Kindermord in Bethlehem”, drei Marienfiguren in der Auferstehungskapelle sowie ein kleines Relief der heiligen Kinga mit einem Bergmann. Antoni Wyrodek ist der Schöpfer des “Letzten Abendmahls”. Laut Materialien zur Geschichte der Kapelle stellte Józef Markowski 1903 die ersten Figuren der Weihnachtskrippe auf einem Felsvorsprung an der Nordwand der Kirche auf, weitere Figuren kamen in den folgenden Jahren hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf Mieczysław Kluzek eine Salzkrippe, die die früheren Figuren ersetzte.

Die Bildhauerei in Salz verlangt eine andere Technik als die in Stein. Salz ist weich und lässt sich leicht bearbeiten, löst sich aber zugleich in Wasser und nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf. Deshalb haben die Reliefs in der Kapelle überwiegend ein flaches Profil ohne dünne, abstehende Elemente. Auf Nahaufnahmen sieht man Meißelspuren und Unterschiede im Farbton des Salzes, von grau bis fast durchsichtig.

Die Stärke dieser Kunst ist ihre Authentizität. Es ist die Arbeit von Menschen, die jede Schicht der Lagerstätte kannten. Schwächen sind anatomische und perspektivische Vereinfachungen, die Kunstexperten sofort bemerken. Für Besucher spielt das jedoch keine Rolle, denn die Kapelle beeindruckt durch ihre Größe und die Geschlossenheit der gesamten Ausstattung.

Reliefs aus dem Neuen Testament

Die Wände der Kapelle schmücken Reliefs mit biblischen Szenen. Man sollte sie der Reihe nach ansehen, denn zusammen erzählen sie das Leben Jesu. Das Krakauer Salinenmuseum nennt unter anderem die Hochzeit zu Kana, die Flucht nach Ägypten, den lehrenden Jesus im Tempel, den Weg nach Bethlehem, den ungläubigen Thomas, den Kindermord in Bethlehem und das Urteil des Herodes.

Salzrelief des Letzten Abendmahls an der Wand der Kapelle der heiligen Kinga

Am häufigsten fotografiert wird das “Letzte Abendmahl” von Antoni Wyrodek. Die Komposition lehnt sich an das Fresko von Leonardo da Vinci an, die Tiefe des Saals, in dem die Apostel sitzen, wurde jedoch in flachem Relief dargestellt. Es lohnt sich, näher heranzugehen und es von der Seite zu betrachten - dann sieht man, wie flach das Relief ist und wie geschickt die Illusion von Raum erzeugt wurde.

Links vom Hauptaltar befindet sich das Relief “Das Wunder von Kana”, mit dem man die Betrachtung des Zyklus gut beginnen kann. Die Szenen sind nicht streng chronologisch angeordnet, daher erkennt man sie am besten an charakteristischen Motiven. Die Flucht nach Ägypten erkennt man leicht am Esel, den lehrenden Jesus im Tempel am zwölfjährigen Jungen inmitten von Gelehrten und den ungläubigen Thomas am Apostel, der die Wunden Jesu berührt. Bei jeder Szene lohnt ein Blick auf den Hintergrund - die Bergleute fügten oft Architektur und Landschaft hinzu, die in Salz besonders geduldige Arbeit verlangten.

Element Künstler Hinweise
Hauptaltar und Figur der heiligen Kinga Józef Markowski Figur von 1914 ersetzte das Gemälde
Kanzel mit dem Wawelhügel Józef Markowski Sockel mit dem Wawel-Drachen
Das Letzte Abendmahl Antoni Wyrodek nach dem Werk von Leonardo da Vinci
Der ungläubige Thomas, Der Kindermord in Bethlehem Tomasz Markowski Reliefs an den Seitenwänden
Weihnachtskrippe Mieczysław Kluzek Salzfiguren nach dem Zweiten Weltkrieg
Denkmal für Johannes Paul II. Entwurf Czesław Dźwigaj Ausführung S. Anioł, P. Janowski, P. Starowicz
Altartisch Stanisław Anioł mit Team Jahre 2002-2003

Die Legende vom Ring der heiligen Kinga

Warum trägt die Kapelle den Namen der heiligen Kinga? Kinga war eine ungarische Königstochter und Ehefrau des Krakauer Fürsten Bolesław des Schamhaften. Sie starb 1292, und Johannes Paul II. sprach sie am 16. Juni 1999 in Stary Sącz heilig. Ihr Gedenktag ist der 24. Juli. Sie ist die Schutzpatronin der Salzbergleute, und die Legende verbindet sie direkt mit Wieliczka.

Der Überlieferung nach wollte Kinga vor ihrer Abreise aus Ungarn keine Mitgift in Gold, sondern bat ihren Vater um Salz. Der Vater schenkte ihr ein Bergwerk in Marmarosch. Kinga warf ihren Verlobungsring in den Schacht und zeigte nach ihrer Ankunft in Polen auf die Stelle, an der gegraben werden sollte. Die Bergleute stießen dort auf einen Salzblock und fanden darin den Ring der Königstochter. So begann der Legende nach die Geschichte der polnischen Salzbergwerke.

Historiker betrachten diese Erzählung als Legende. Salz aus Sole wurde in der Gegend von Wieliczka lange vor Kingas Geburt gesotten, und der Abbau von Steinsalz entwickelte sich hier Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Legende zeigt jedoch gut, wie wichtig Salz für die Wirtschaft des mittelalterlichen Polen war und wie eng man es mit der Fürstin verband.

Seit 1994 ruhen in einer Nische des Altartisches Reliquien der heiligen Kinga. Die Szene mit dem Ring zeigt das erwähnte kleine Relief von Tomasz Markowski. Es lohnt sich, danach zu suchen, denn neben den großen biblischen Szenen übersieht man es leicht.

Die Kapelle als lebendige Kirche

Die Kapelle der heiligen Kinga ist nicht nur ein Ausstellungsstück. Das Krakauer Salinenmuseum teilt mit, dass hier sonntägliche Messen, Trauungen und eine unterirdische Christmette stattfinden. Messen werden auch an den Festtagen der Schutzpatroninnen der Bergleute gefeiert - der heiligen Kinga (24. Juli) und der heiligen Barbara (4. Dezember).

Die Christmette im Bergwerk hat eine lange Tradition. In der Weihnachtsnacht fahren Bergleute mit ihren Familien in die Kapelle ein, und Übertragungen und Berichte von dieser Messe veröffentlichen die Krakauer Medien jedes Jahr. Für viele Einwohner von Wieliczka gehört das fest zu Weihnachten, für Besucher ist es eine Gelegenheit, die Kapelle in einer anderen als der touristischen Rolle zu sehen. Ähnlich ist es bei Trauungen - Brautpaar und Gäste fahren unter Tage, und die Zeremonie findet an demselben Ort statt, an dem tagsüber die Besuchergruppen vorbeiziehen.

Die Kapelle hat eine sehr gute Akustik, daher finden hier gelegentlich kleine Konzerte klassischer Musik statt. Gespielt haben hier unter anderem Nigel Kennedy und die Band Blackmore’s Night. Termine und Zugangsregeln für Messen geben Bergwerk und Pfarrei bekannt, wer also mit einem bestimmten Ziel anreist, sollte sie vorher prüfen.

Wie man die Kapelle der heiligen Kinga besucht

Die Kapelle der heiligen Kinga liegt an der Touristenroute (Trasa Turystyczna). Laut der offiziellen Website des Bergwerks ist die Route 3,5 km lang, die Besichtigung dauert einschließlich der Ausstellung des Krakauer Salinenmuseums durchschnittlich 2-3 Stunden, und es sind über 800 Stufen zu bewältigen. Die Route reicht bis 135 Meter Tiefe, unter Tage herrschen 17-18°C. Das Bergwerk empfängt Besucher von 8:00 bis 18:00 Uhr, die aktuelle Preisliste steht auf wieliczka-saltmine.com. Für organisierte Gruppen gibt es außerdem die Pilgerroute, auf der die Kapelle der Hauptpunkt ist.

Einige Hinweise, mit denen man die Kapelle besser erlebt:

  • Auf dem Balkon bleiben wir etwas länger stehen. Nur von dort sieht man die ganze Länge des Raumes und die Reihe der Kronleuchter.
  • Die Reliefs sehen wir der Reihe nach an, beginnend auf der Altarseite. Die Tabelle aus diesem Artikel hat man am besten auf dem Handy gespeichert.
  • Das Salz fassen wir nicht an. Feuchtigkeit und Fett von den Händen beschädigen die Oberfläche der Reliefs.
  • Fotos machen wir ohne Blitz - Salzkristalle reflektieren das Licht, und Bilder mit Blitz wirken flach.
  • Geführte Gruppen haben in der Kapelle nur begrenzt Zeit, Fragen zu bestimmten Skulpturen stellt man also besser sofort.

Die Besichtigung beginnt am Daniłowicz-Schacht (Szyb Daniłowicza), daher plant man die Anreise mit dem Auto am besten im Voraus. Wir empfehlen den Parkplatz am Salzbergwerk mit Online-Reservierung, etwa 30 Meter vom Daniłowicz-Schacht entfernt. Das Ticket mit QR-Code kommt per E-Mail, und der Platz ist für den gewählten Tag garantiert. Bei einer Route von bis zu drei Stunden und einer Mahlzeit danach ist ein Tagesticket praktischer. Die Einfahrt auf den Parkplatz ist von 7:00 bis 18:00 Uhr möglich, die Ausfahrt rund um die Uhr.

Nach dem Bergwerk lohnt es sich, länger in der Stadt zu bleiben. Das Salzgrafenschloss (Zamek Żupny) liegt etwa 4 Gehminuten vom Parkplatz entfernt, seine Geschichte beschreiben wir im Artikel Das Salzgrafenschloss in Wieliczka - Besichtigung und Geschichte.

Eine Kapelle, die sich weiter verändert

Die Kapelle der heiligen Kinga ist kein abgeschlossenes Werk. Ihre Geschichte zeigt, dass die Ausstattung über mehr als hundert Jahre ergänzt wurde - vom Altar Markowskis über die Krippe von Kluzek bis zum Papstdenkmal und dem neuen Altartisch von 2002-2003. Es ist zu erwarten, dass weitere Generationen von Salzbildhauern neue Elemente hinzufügen und Restauratoren sich um die ältesten kümmern. Die Tradition der Salzbildhauerei in Wieliczka hat weiterhin Nachfolger, wie das Team zeigt, das Papstdenkmal und Altartisch schuf. Jede solche Veränderung braucht jedoch die Zustimmung des Denkmalschutzes, denn das Bergwerk ist ein UNESCO-Denkmal.

Der Schutz des Salzes vor Feuchtigkeit ist eine Daueraufgabe des Bergwerks. Bei vielen Besuchern verändert jeder Atemzug das Mikroklima der Kammer, deshalb ist die Bewetterung des Bergwerks für die Kapelle ebenso wichtig wie der Meißel für ihre Schöpfer.

Auch die Art der Besichtigung verändert sich. Das Krakauer Salinenmuseum bietet einen virtuellen Rundgang durch die Kapelle an, mit dem man den Raum vor der Anreise ansehen oder nach dem Besuch zu den Details zurückkehren kann. Solche Werkzeuge helfen allen, die wissen möchten, was sie sehen. Nützlich sind sie auch für Menschen, die wegen der Treppen nicht die ganze Route gehen können.

Zudem gewinnt die Kapelle als Veranstaltungsort an Bedeutung. Trauungen, Konzerte und Messen ziehen Menschen an, die mit einem bestimmten Ziel nach Wieliczka kommen und nicht unbedingt für die Standardroute. Diese Entwicklung stärkt die Rolle der Kapelle als lebendige Kirche und nicht nur als Museumskammer.

Die Kapelle der heiligen Kinga im Überblick

Die Kapelle der heiligen Kinga entstand 1896 in einer Kammer nach dem Abbau eines Grünsalzblocks, 101 Meter unter Tage. Sie ist 54 Meter lang, 18 Meter breit und etwa 12 Meter hoch. Ihre Ausstattung entstand über fast 70 Jahre, die letzten Elemente kamen Anfang des 21. Jahrhunderts hinzu.

Die wichtigsten Schöpfer waren die autodidaktischen Bergleute Józef und Tomasz Markowski sowie Antoni Wyrodek. Józef Markowski schuf den Hauptaltar mit der Salzfigur der heiligen Kinga und die Kanzel mit dem Wawel-Drachen. Antoni Wyrodek schnitzte das “Letzte Abendmahl” nach dem Vorbild Leonardo da Vincis. Das Denkmal für Johannes Paul II. und der neue Altartisch sind das Werk des Teams von Stanisław Anioł.

Die Patronin der Kapelle, die heilige Kinga, ist durch die Legende vom Ring, der in einem Salzblock gefunden wurde, mit Wieliczka verbunden. Seit 1994 ruhen ihre Reliquien im Altar, und seit der Heiligsprechung 1999 ist die Kapelle ein wichtiger Ort ihrer Verehrung.

Zurück zur These aus der Einleitung - die Kapelle sollte man in dem Bewusstsein betrachten, wer jedes ihrer Elemente wann geschaffen hat. Dann wird aus einer Viertelstunde auf der Touristenroute eine Lektion in Geschichte und Volkskunst. Vor dem Besuch empfehlen wir, die Besuchszeiten auf der Website des Bergwerks zu prüfen und für den gewählten Tag einen Parkplatz in Wieliczka zu reservieren, und nach der Besichtigung eines der Lokale aus dem Text wo man in Wieliczka am Bergwerk isst zu besuchen.

Fragen zur Kapelle der heiligen Kinga

In welcher Tiefe liegt die Kapelle der heiligen Kinga?

Die Kapelle befindet sich 101 Meter unter der Erde. Die gesamte Touristenroute reicht bis in 135 Meter Tiefe, die Kapelle liegt also etwa in ihrem mittleren Abschnitt.

Ist in der Kapelle alles aus Salz?

Der größte Teil der Ausstattung ja - Boden, Altar, Figuren, Reliefs und Kronleuchter aus Salzkristallen. Laut Museum befand sich früher ein Ölgemälde im Altar, und der Altartisch war aus Holz. Beide wurden durch Elemente aus Salz ersetzt. Die Figur der heiligen Kinga kam 1914 in den Altar, der Altartisch aus Salz in den Jahren 2002-2003.

Kann man in der Kapelle der heiligen Kinga heiraten?

Ja, das Krakauer Salinenmuseum gibt an, dass in der Kapelle Trauungen stattfinden. Details und Termine klärt man direkt mit dem Bergwerk und der Pfarrei. Das sollte man mit großem Vorlauf tun, denn die Zahl der Termine ist begrenzt, und zur Organisation gehört auch die Einfahrt der Gäste unter Tage.

Finden in der Kapelle Messen für Gläubige außerhalb der Führungen statt?

Laut Museum werden in der Kapelle sonntägliche Messen sowie Messen an den Festtagen der heiligen Kinga und der heiligen Barbara gefeiert. Zugangsregeln und Uhrzeiten sollte man vor der Anreise prüfen, denn sie können sich ändern. Die verlässlichste Quelle sind die offizielle Website des Bergwerks und die Pfarrei St. Klemens in Wieliczka.

Wie lange hält man sich bei der Besichtigung in der Kapelle auf?

Auf der Touristenroute bleibt die Gruppe meist gut eine Viertelstunde in der Kapelle. Wer die Reliefs genau ansehen möchte, kann dank des virtuellen Rundgangs des Museums zu den Details zurückkehren. Für organisierte Gruppen gibt es außerdem die Pilgerroute, auf der die Kapelle der wichtigste Programmpunkt ist.

Darf man in der Kapelle fotografieren?

Besucher fotografieren die Kapelle, auch vom Balkon über dem Kirchenschiff. Die aktuellen Regeln zum Fotografieren stehen in der Besucherordnung auf der Website des Bergwerks. Bessere Ergebnisse erzielt man ohne Blitz. Die schönsten Aufnahmen entstehen vom Balkon, von dem aus man die Reihe der Kronleuchter und das ganze Schiff sieht.

Wo parkt man, um schnell zum Bergwerk zu kommen?

Am nächsten zum Eingang der Touristenroute liegt der Parkplatz 30 m vom Daniłowicz-Schacht mit Online-Reservierung und Videoüberwachung rund um die Uhr.

Wer hat die Kapelle der heiligen Kinga geschaffen?

Die Hauptausstattung schufen autodidaktische Bergleute - Józef und Tomasz Markowski sowie Antoni Wyrodek. Józef Markowski ist der Schöpfer des Hauptaltars und der Kanzel, Antoni Wyrodek schnitzte das “Letzte Abendmahl”, und Tomasz Markowski unter anderem den “Ungläubigen Thomas”. Die Krippe nach dem Zweiten Weltkrieg fertigte Mieczysław Kluzek, das Denkmal für Johannes Paul II. das Team von Stanisław Anioł nach einem Entwurf von Prof. Czesław Dźwigaj.

Mit dem Auto unterwegs? Parken direkt am Bergwerk

Der Parkplatz in der ul. Daniłowicza 13 ist der kürzeste Weg zum Eingang der Touristenroute. Den Platz reserviert man online und zeigt bei der Einfahrt den QR-Code aus der E-Mail vor.

  • 30 m zum Daniłowicz-SchachtEingang zur Touristenroute gleich nebenan
  • QR-Ticket per E-MailOnline-Reservierung für den gewünschten Tag
  • Videoüberwachung rund um die Uhr180 Stellplätze, Ausfahrt jederzeit
Turm und Gebäude des Daniłowicz-Schachts, 30 m vom Parkplatz in der ul. Daniłowicza 13